Karl Woe schrieb:
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> Scharlach wurde im 18. Jahrhundert, bis ins 19. unter dem Sammelnamen Pocken geführt
bis wann und von allen oder nur von denen die nichts dazulernten:
"Scharlach war und ist eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten, die der Mensch im Laufe seiner Geschichte erleben musste. Auch in die Belletristik fand diese heimtückische Krankheit Eingang: Um 1830 entstanden die Kindertotenlieder des Dichters Friedrich Rückert, nachdem zwei seiner Kinder an Scharlach verstorben waren."
aus [de.wikipedia.org])
> Vor mehr als 10 Jahren bekam ich von meinem Bruder
> die Auskunft, dass in der Kindertagesstätte, in
> der sich seine Kinder aufhielten, (fast) alle
> Kinder, die bei Scharlach mit Antibiotika
> behandelt wurden, diese Krankheit mindestens noch
> einmal durchmachen mussten. Alle, die diese
> Krankheit "natürlich" überstanden, bekamen sie nur
> das eine Mal. Genau diese Auskünfte erhielt man
> damals massenhaft. Meine Kinder hatten nie
> Scharlach, insofern habe ich das persönlich nicht
> erlebt.
Das Hauptoberflächenprotein von S. pyogenesist das M-Protein, das in mehr als 80
durch unterschiedliche Antigenausprägungen unterscheidbaren Typen vorkommt und die Basis für die Serotypisie-
rung der verschiedenen Stämme durch spezifische Antisera darstellt. Das Vorhandensein des M-Proteins korreliert
mit der Fähigkeit eines Stammes, sich der Phagozytose in frischem menschlichen Blut zu widersetzen. Die Typisie-
rung erfolgt heute meist aufgrund der Sequenzierung der Gene der M-Proteine (emm-Gene); dabei lassen sich mehr
als 150 verschiedene emm-Typenunterscheiden, die wahrscheinlich einer ebenso großen Zahl von M-Proteinen ent-
sprechen.
aus: [
www.landkreis-holzminden.de]
Eine ebensomögliche Erklärung warum "heute" Krankheiten anders verlaufen können, als früher: Wir reisen viel mehr. Gab es z.B. in einer Region nur einen Scharlacherreger erkankte jeder nur einmal und war dann immun, denn auch heute noch ist man immun, wenn man die Krankheit mitgemacht hat, aber nur gegen den Serotyp, der die Krankheit verursacht hat.
> In meinem DTV-Lexikon von 1973 steht: "Einmaliges
> Überstehen schützt in der Regel vor
> Wiedererkrankung".
Das ist auch heute richtig, schützt vor Wiedererkrankung mit dem durchgemachten Serotyp.
> Im Pschyrembel 256/1990: "Die Erkr. hinterläßt
> eine rel. antitoxische Immunität".
>
> In 259/2002: "Sch. hinterlässt eine typenspezif.
> antibakterielle (Zweiterkrankung mit anderen
> Streptokokken möglich) u. eine rel. antitoxische
> Immunität".
>
> Bei Wiki. heute: "Im Gegensatz zu vielen anderen
> "Kinderkrankheiten" kann man mehrfach an Scharlach
> erkranken."
so etwas nennt man mediz. Erkenntnisfortschritt, Erklärung für die häufigere Wiedererkrankung und warum sie immer bedeutsamer wurden => zunehmende Reisetätigkeit.
> In Foren fand ich Angaben von Betroffenen, die 8
> und mehrmals an Scharlach erkrankt waren. Mit der
> Begründung, dass es entsprechend viele
> verschiedene Erregertypen gäbe, wie ich auf
> ärztlichen Seiten "aufgeklärt" wurde.
siehe oben, es gibt sehr viele
> Mit Statistiken über Todes- bzw. Krankheitsfälle
> aus allen Jahren und Jahrhunderten ist hier
> bestimmt keine Erklärung möglich, warum die
> Todesfälle abgenommen haben und im Gegensatz zu
> den zurückliegenden Jahrzehnten so gut wie keine
> Immunität mehr nach überstandener Krankheit
> vorhanden ist (sein soll).
Doch, Einführung der Antibiotika. Immunität wird auch heute noch gegen den durchgemachten Serotyp aufgebaut.
> Wenn man allerdings davon ausgeht, dass
> Antibiotika nicht heilen, sondern nur unterdrücken
> (übrigens, Otto K.: diese Auskünfte habe ich mir
> nicht "aus den Fingern gesaugt" oder selbst
> ausgedacht oder von Impfgegnern oder anderen
> "Alternativen", sondern seit Anfang der 80er immer
> wieder mal von Schulmedizinern, die pro Impfen
> waren, mitgeteilt bekommen!), dann ergibt das
> ganze schon eher einen Sinn.
diese Aussagen von "Schulmedizinern" sind ungenau und darum falsch (ganz egal ob sie pro oder contra impfen sind). Antibiotika unterdrücken nichts. Sie töten die Bakterien ab, die sie abtöten können, sonst machen sie i.d.R. nichts (gibt Ausnahmen, kommt auf das Antibiotikum an), da sie an für diese Bakterien spezifische Strukturen wirken, die kommen im menschlichen Organismus gar nicht vor. D.h. Antibiotika beschleunigen einen positiven Krankheitsverlauf, weil sie dem Immunsystem helfen, schneller mit den Bakterien fertig zu werden. Das aufräumen bleibt übrigens wie bei einer normalen Infektion dem Körper (seinem Immunsystem) überlassen.
> Dass Antibiotika bei vielen "Krankheiten" vor dem
> Tode schützen, ist unbestreitbar. Dass sie
> allerdings heilen sollen eine Behauptung und
> Annahme, die sich darauf stützt, dass Symptome
> verschwinden. Und solange das Verschwinden von
> Symptomen mit Gesundung gleichgesetzt wird,
> "sitzen die Allopathen am längeren Hebel".
Sorry, das ist vielleicht ein kleines Missverständniss. Antibiotika töten die gegen sie empfindlichen Bakterien. Dadurch wird das Wechselspiel Wirt (Mensch) Bakterium unterbrochen dadurch kann der Mensch genesen. Manchmal produzieren Bakterien Gifte (Scharlach ist ein Beispiel dafür, Scharlach wird von denselben Bakterien wie eine Angina hervorgerufen, mit dem Unterschied dass diese Bakterien eine weitere Eigenschaft haben, nämlich ein Gift zu produzieren) trotzdem heilt das Antibiotikum nicht im eigentlichen Sinne, sondern es beseitigt die Krankheitsursache (Bakterien und Bakteriengift, das nicht weiter produziert wird) was wir als Heilung empfinden, aber es ist eher die Abwesenheit der Ursache krank sein zu müssen (hier kommt es also auf den Sprachgebrauch an, der eine nennt das Heilung, der andere vielleicht nicht). Und Antibiotika haben nur bei den Krankheiten eine Wirkung / einen Nutzen bei denen Bakterien die Ursache für das Krankheitsbild sind.
> Dann ist ganz wichtig zu berücksichtigen, dass
> viele Krankheiten durch mangelnde Hygiene und
> ärztliche Fehlbehandlungen überhaupt erst in der
> Weise entstanden, verbreitet wurden und
> Komplikationen ausbilden konnten.
Bitte langsam, die Krankheiten und die mangelnde Hygiene waren schon immer da, durch die "ärztliche Kunst" ist das entdeckt worden und Hygiene erst eingeführt (Semmelweiss) worden. Es gab nur einen kurzen Zeitraum (Semmelweiss) in dem Ärzte, und auch nur die, die Tote untersuchten und Schwangere entbanden zusätzliche hygienische Probleme bereiteten, die es vorher nicht gab. Aber das wurde entdeckt und abgestellt und insgesamt war hinterher die Situation besser als vorher.
> Das heißt im umgekehrten Fall, dass Krankheiten,
> Todes- und Komplikationsfälle mit zunehmender
> Hygiene (hierunter zähle ich auch sauberes und
> genügendes Trinkwasser und ausreichende Ernährung;
> dass war bis ins 20. Jahrhundert hinein in
> "Deutschland" nicht selbstverständlich) und
> richtiger ärztlicher Betreuung u.U. rapide
> zurückgingen,
vorrausgesetzt, Trinkwasser war das Übertragungsmedium. Scharlach, Masern usw. (allgemein: durch Tröpfcheninfektion verbreitete Krankheiten) gingen nicht zurück. Die spanische Grippe z.B. wütete zu einem Zeitpunkt, als Hygiene schon längst Standard war, aber es war eine Tröpfcheninfektion. Ebenso wie die Masern: Erkrankungszahlen gingen im Wesentlichen erst zurück, als die Impfung eingeführt worden war.
> Erst wenn bei den Todesfällen die genaue
> Altersangabe für jedes einzelne gestorbene Kind
> zw. 1 und 5 Jahren erscheint und dazu noch ganz
> spezielle wichtige Informationen zu anderen
> Erkrankungen, Impfstatus (der Zeitpunkt, der
> Verlauf danach und evtl. Komplikationen),
> Lebenssituation (Hygiene i.w.S.) und die Art der
> ärztlichen Betreuung, dann könnte man mit diesen
> Zahlen etwas anfangen.
Das hatte ich gehabt und gemacht, dann sah ich in der Vorschau, dass bei der versuchten Darstellung als Tabelle leider die Leerzeichen rausgelöscht werden und die Tabelle unlesbar wird und dann habe ich nur noch die Summen stehen lassen und glaubte alles andere leider löschen zu müssen (hatte einige Zeit gekostet, was ich dann gelöscht hatte).
2 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.07.2008 11:40 von Otto K.
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