Hi Marika,
"Irren ist menschlich" - da kann ich dir heute nicht mehr zustimmen. Mir ist klar geworden, dass "menschlich sein" etwas ist, das fern ab von Irren ist.
Ein Irrtum, den ich wieder gut machen kann, kann ich als einen Irrtum hinnehmen.
Aber ein "Irrtum", der Menschen solch einen Schaden zufügt, dass dieser nicht mehr beseitigt werden, nicht einmal gelindert werden kann - der darf einfach nicht vorkommen. Und dieser Irrtum ist dann unmenschlich.
Denn sonst dürfte man auch alle Genozide oder jeden Holocaust mit einem "menschlichen Irrtum" "vom Tisch wischen".
Menschen können Irrtümer, insbesondere solche, vermeiden, wenn sie ihren "gesunden Menschenverstand" anwenden. Das kann man in vielen alltäglichen Bereichen mitbekommen. Auch muss man unterscheiden zwischen den "Irrtümern", die von erwachsenen Menschen in entsprechend verantwortlichen Positionen begangen werden und denen, die von jungen, unerfahrenen und nicht richtig geleiteten und geschulten, weil mit sich allein gelassenen, Menschen verübt werden.
Wenn "menschlich" unreif bedeutet, dann kann ich das nicht abstreiten, dass "irren menschlich ist". Wenn ich aber sehe und mitbekomme, was um uns herum fachmännisch und exponiert sich als kompetent darstellt und entsprechend agieren darf, dann sollte, nein dürfte da kein Irrtum mehr geschehen. Ich kann - meine Erfahrung und vieler vieler anderer Menschen - in bestimmten Bereichen Irrtümer von vornherein ausschalten.
Warum musste ich bei der Kindererziehung noch so viele Irrtümer begehen und konnte nicht anders? Nicht weil es menschlich ist, sondern weil ich damit adhoc konfrontiert wurde und niemanden um mich herum hatte, der mir dabei helfen konnte sie nicht zu begehen. Es war sogar noch schrecklicher: ich bekam sogar von Fachmenschen "wissenschaftlich" abgesegnete Hinweise, dass das, was ich tat gut und richtig war. Und heute habe ich drei nicht gesunde Kinder. Muss so etwas nach einer Menschheitsentwicklung von zig-tausenden von Jahren sein? Bestimmt nicht.
Außerdem steht in der Bibel, dass wir nach dem Ebenbilde Gottes gemacht wurden. Auch wenn ich keinem Glauben mehr anhänge - so ergibt das heute eher einen Sinn für mich. Aber das bedeutet auch ganz klar, dass wir keine "menschlichen Irrtümer" begehen müssten. Es sei denn, dieser Gott war unvollkommen und damit "menschlich fehlbar". Aber dann hätte er so etwas wie den menschlichen Organismus nicht hinbekommen. (By the way - an die Entwicklungsgeschichte aus dem Urozean mit der Uratmosphäre und den Ureinzellern 'glaube' ich noch weniger...)
1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.07.2008 14:13 von Karl Woe.
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