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Re: Virus-Wahn!!?? Der Mensch besteht aus 100 Billionen Bakterien/Mikroben

02.11.2009 12:43:40
Hi Marika,

bei den 100 Billionen Symbionten sind aber keine Viren eingerechnet - soviel ich weiß.

Denn erstens kann man sie - immer noch - nicht so einfach nachweisen und

zweitens habe ich noch kein Virus 'kennen gelernt', das bei uns Menschen als Symbiont deklariert wurde. Bin aber für alle Informationen hierzu dankbar.

Wenn ich mal von den Bakteriophagen absehe.
Zitat
laut Wikipedia
Als Bakteriophagen oder in der Kurzform einfach Phagen (Sing.: Phage, der; von griechisch phagein: fressen) bezeichnet man eine Gruppe von Viren, die auf Bakterien und Archaeen als Wirtszellen spezialisiert sind.
Sind das nicht alle Viren? Auf Zellen angewiesen? Um sich zu reproduzieren, zu vervielfältigen?

Denn:
Zitat
auch wieder Wikipedia
Viren sind im Wesentlichen bloße stoffliche Programme zu ihrer eigenen Reproduktion in Form einer Nukleinsäure. Ob demnach Viren als Lebewesen bezeichnet werden können, ist abhängig von der Entscheidung für eine der unterschiedlichen Definitionen von Leben. Eine einzige, unwidersprochene und damit allgemein anerkannte Definition hierfür gibt es bislang nicht. Daher findet sich auch unter Wissenschaftlern keine Einigkeit in der Beantwortung dieser Frage.

Hinsichtlich der Einordnung von Viren zu den Parasiten bestehen ebenfalls verschiedene Ansichten. Ein Teil der Wissenschaftler betrachtet sie als solche, da sie einen Wirtsorganismus infizieren und seinen Stoffwechsel für ihre eigene Vermehrung benutzen. Diese Forscher definieren also Viren als obligat intrazelluläre Parasiten (Lebensformen, die zwangsläufig Parasiten innerhalb einer Zelle sind), die mindestens aus einem Genom bestehen und zur Replikation eine Wirtszelle benötigen. Das bedeutet, dass Viren zwar spezifische genetische Informationen besitzen, aber nicht den für ihre Replikation notwendigen Synthese-Apparat.


Die Bakteriophagen-Viren werden benutzt:
Zitat

Phagen haben in Medizin, Biologie, Agrarwissenschaften vor allem im Bereich der Gentechnologie ein breites Anwendungsspektrum gefunden. So verwendet man Phagen in der Medizin aufgrund ihrer Wirtsspezifität zur Bestimmung von bakteriellen Erregern. Dieses Verfahren nennt man Lysotypie. Aufgrund der immer häufiger auftretenden multiplen Antibiotikaresistenzen wird zurzeit intensiv an der Anwendung von Bakteriophagen als Antibiotika-Ersatz in der Humanmedizin geforscht. Probleme ergeben sich hierbei durch die geringe Stabilität von Phagen im Körper, da sie in recht kurzer Zeit durch Fresszellen als Fremdkörper beseitigt werden. Diese Anwendung von Phagen als Antibiotika-Ersatz wurde bereits 1916 von Felix d'Hérelle entdeckt, wurde jedoch mit der Einführung der Chemotherapie per Antibiotika als unpraktisch erachtet und geriet in Vergessenheit. D'Hérelle gründete 1934 in Georgien das Eliava-Institut für Phagenforschung, welches heute noch besteht.

In der Gentechnik werden temperente Phagen als Vektoren benutzt. Hierzu werden Phagen so präpariert, dass ihrem Genom die Gene, welche die Virulenz hervorrufen, entnommen und durch Gene ersetzt werden, die für gentechnologische Belange interessant sind, wie beispielsweise Gene, die zur Insulinproduktion benötigt werden. Diese veränderten Phagen werden nun mit geeigneten Bakterien, zum Beispiel E. coli, in Kontakt gebracht. Nach einer Überprüfung, ob das gewünschte Gen in die Erbsubstanz des Bakteriengenoms integriert wurde (man bedient sich hierzu genexprimierter Antibiotikaresistenzen, die an die zu klonierenden Wunschgene angeschlossen werden) können die modifizierten Bakterienzellen weiterkultiviert werden und das in diesem Falle produzierte Insulin isoliert werden. Ähnlich werden Phagen in der Agrartechnologie zur Transduktion bestimmter Gene in Nutzpflanzen eingesetzt. Eine wichtige Anwendung in der Biotechnologie ist das Phagen-Display zur Isolierung neuer Wirkstoffe. Einfacher als die Nutzung von Phagen ist jedoch die Transformation freier DNA, die heutzutage überwiegend zum Transfer in die Bakterienzellen verwendet wird.
Wikipedia - Bakteriophage/Anwendungsgebiete

Und was H1N1 (oder auch andere H(X)N(Y)) betrifft, so werden hier doch lediglich Teile eines (angeblichen?) Virus benannt, die ja auch losgelöst vom gesamten Virus aufgespürt werden - wenn ich das richtig mitbekommen habe. Und nicht ein komplettes Virus.

"H" steht für
Zitat

Das Hämagglutinin bewirkt die Verklumpung (Agglutination) von Erythrozyten und vermittelt bei der Infektion einer Wirtszelle die Anheftung und das Eindringen des Virus beziehungsweise des Virions. Dieses Ankoppeln geschieht durch eine Anlagerung eines kleinen Bereiches des Hämagglutininmoleküls an spezielle Proteine, Sialinsäure (SA), der Wirtszellenhülle, die als Rezeptoren (SA-Rezeptoren) fungieren. Jede Hämagglutininvariante passt dabei (wie ein Schlüssel) in einen andersartigen besonderen Wirtszellenrezeptor (in ein Schloss), wobei jeder Wirt nur über einen Teil aller möglichen Rezeptoren verfügt. Diese Tatsache ist auch der Grund dafür, dass bestimmte Subtypen oder Virusvarianten mit ihrem speziellen Hämagglutinintyp bestimmte Wirte leicht infizieren und dabei eine Erkrankung auslösen können und andere prinzipiell mögliche Wirte wiederum nicht oder nur sehr eingeschränkt. Durch Virusmutationen besonders in Hinblick auf mögliche Veränderungen des Hämagglutinins kann sich die Infektionsgefahr für den einen oder anderen potentiellen Wirt erheblich ändern. Allerdings können die Viren die HA-Bindungsstelle nicht beliebig verändern, da diese auch eine wichtige Funktion in ihrem Lebenszyklus besitzt.

und "N" für
Zitat

Die Neuraminidase hat im Infektionsvorgang eine noch nicht abschließend geklärte enzymatische Funktion. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand spielt die Neuraminidase durch Zerstörung der N-Acetylneuraminsäure zellulärer Rezeptoren eine entscheidende Rolle bei der Freisetzung von durch die Replikation neu entstandenen Viren beziehungsweise Tochtervirionen aus den infizierten Zellen und damit einem Ausbreiten der Infektion sowohl innerhalb desselben Organismus als auch ein Übergreifen der Infektion auf andere Organismen. Außerdem verhindert die Neuraminidase das Hämagglutinin-vermittelte Anheften der Tochtervirionen an bereits infizierte Zellen. Zugleich verhindert sie, dass in einer infizierten Zelle ein Zelltodprogramm (Apoptose) gestartet werden kann, drosselt eine Bildung des Immunsystembotenstoffs Interferon und behindert damit eine Immunantwort des infizierten Organismus.
laut Wikipedia

Ich frage mich dabei, welcher von unseren Fachmenschen hier noch den Überblick hat eye popping smiley. Und mit "Überblick" meine ich nicht nur 'stures' Auswendig-lernen oder Nachplappern - sondern wirkliches "Verstehen"!

Nun fand ich doch tatsächlich gerade bei Wiki, als ich den Erregerzoo nachschlagen wollte, Hinweise zur Therapie mit Viren:
Zitat
laut Wikipedia
Aktuell wird verstärkt an Therapien geforscht, bei denen Viren zur Heilung von Krankheiten eingesetzt werden. Diese Forschungen konzentrieren sich hierbei vor allem auf zwei Bereiche: zum einen die Bekämpfung von Tumoren, und zum anderen wird versucht, antibiotikaresistente Bakterien durch die Viren abzutöten.

In der Forschung zur Bekämpfung von Krebs werden vor allem adeno-assoziierte Viren eingesetzt. Das Grundprinzip dieser Therapie ist, dass die verwendeten (harmlosen) Viren als spezifischen Wirt die Tumorzellen haben. Sind die Tumorzellen dann mit diesen infiziert, vermehren sich die Viren in den Tumorzellen und zerstören sie dabei (siehe lytische Vermehrung von Viren). Durch die Vermehrung der Viren wird der Vorgang der Infizierung der restlichen Tumorzellen beschleunigt. Die bisher durchgeführten Tests sind positiv verlaufen.

Das Grundprinzip bei der Bekämpfung von resistenten Bakterien ist das gleiche, nur dass hier Bakteriophagen verwendet werden, welche die Bakterien als spezifischen Wirt erkennen. Auch hier sind erste Tests erfolgreich verlaufen.

Eine dritte Art, Viren in der Medizin nutzbringend einzusetzen, findet sich in der Gentherapie. Hier werden meist Retroviren benutzt, um DNA-Abschnitte in die Körperzellen des Patienten zu schleusen. Allerdings besitzen Retroviren die Eigenschaft, dort auch ihr eigenes Erbgut einzubauen. Dabei können sie dann unerwünscht verschiedene Erbanlagen des Patienten aktivieren oder sogar wichtige Gene zerstören. Deshalb wurden von Forschern in letzter Zeit Adenoviren für einen DNA-Transfer benutzt, da diese Viren ihr eigenes Erbgut nicht in das Genom der Wirtszelle einbauen. Allerdings besteht hier das Risiko, dass sich die Adenoviren in der Zelle vermehren und zu irgendeinem späteren Zeitpunkt dann umliegendes, gesundes Gewebe infizieren.

Nun denn - je komplizierter, desto undurchschaubarer - selbst für Fachleute (oder erst recht für sie?smiling bouncing smiley)...

Aber alles in allem scheinen diese Viren eher Helfer zu sein - wie die Bakterien, die uns besiedeln - es müsste nur mal eindeutig in diese Richtung geforscht werden und zwar von der Schulmedizin insgesamt. Aber solange Robert Koch, der 'Erfinder' der Erreger, solch einen hohen Stellenwert bei uns besitzt, wird das wohl nichts werden sad smiley

Noch schönen Novembergruß aus Solingen
Karl
Betreff Autor Angeklickt Datum/Zeit

Virus-Wahn!!?? Der Mensch besteht aus 100 Billionen Bakterien/Mikroben

Marika 1185 02.11.2009 07:17:03

Re: Virus-Wahn!!?? Der Mensch besteht aus 100 Billionen Bakterien/Mikroben

Karl Woe 921 02.11.2009 12:43:40

Re: Unkräuter - Ungeziefer - Unbakterien - Unpilze - Unviren - ? confused smiley

Karl Woe 766 02.11.2009 16:04:51



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