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Re: Hier ein Beitrag zu Tamiflu vom 15.01.2008 in Plusminus

30.04.2009 18:53:12
Zitat

Trügerische Sicherheit

Zweifel an Tamiflu

Sendeanstalt und Sendedatum: hr, Dienstag, 15. Januar 2008 im Ersten

Die Vogelgrippe macht Angst, denn sie verbreitet sich sehr schnell. Irgendwann könnte ein Virus auch millionenfach uns Menschen angreifen, so die Befürchtung. In Asien wurden bisher 300 Personen angesteckt, von denen etwa die Hälfte starb.

Als Wundermittel gegen Grippeviren wird Tamiflu gepriesen und ein ähnlich wirkendes namens Relenza. Tamiflu bringt Hersteller Roche bei jeder Grippewelle einen Absatzrekord und einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Schweizer Franken.

Zweifel an der Wirkung bei der Grippebehandlung

Doch Kritiker bezweifeln, ob Tamiflu hält, was Roche verspricht. "Die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft empfiehlt keinen generellen Einsatz von Tamiflu im Zusammenhang mit der Grippe", erklärt etwa deren Vorsitzender Wolf-Dieter Ludwig. "Es gibt keine kontrollierten Studien, die belegen, dass Tamiflu oder andere Neuraminidase-Hemmer die Sterblichkeit verringern."

Auf die Frage von [plusminus, ob es denn überhaupt Personenkreise gebe, die eindeutig von diesem Mittel profitieren, antwortet Ludwig: "Im Zusammenhang mit der Grippebehandlung: Nein."

Nicht ohne Risiken und Nebenwirkungen

Der Hersteller Roche dagegen wirbt in einer Patientenbroschüre im Internet forsch für den Einsatz seines Umsatzbringers gegen die normale Grippe - frei nach dem Motto: "Das Übel an der Wurzel packen". Für Arzneimittelfachleute ist das problematisch. "Es wird vor allem nicht erwähnt, dass zum Beispiel auch die Symptome einer Grippeerkrankung durch Tamiflu nur um ein bis zwei Tage verkürzt werden," bemängelt Wolf-Dieter Ludwig. "Nebenwirkungen werden, wie immer bei derartigen Internetportalen, überhaupt nicht erwähnt. Es gibt Nebenwirkungen, auf die wir unsere Patienten hinweisen müssen."

Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Aus Japan wird zudem von 16 Fällen berichtet, in denen Jugendliche nach Einnahme von Tamiflu Selbstmord begangen hätten. Seit kurzem muss Roche vor solchen Risiken ausdrücklich in der Gebrauchsinformation warnen.

"Es ist ein schwach wirksames Mittel"

Tamiflu soll jedoch auch vor Ansteckung mit Grippeviren im Fall einer weltweiten Pandemie schützen - dann, wenn ein hochansteckendes Virus millionenfach den Menschen angreift. Doch auch hier bezweifeln Kritiker, ob Tamiflu das leisten kann.

Peter Schönhöfer, Mitherausgeber der unabhängigen Pharmazeitschrift "arznei-telegramm", sagt: "Es müssen 15 Leute behandelt werden, um einen Infektionsfall zu verhindern. Es ist ein sehr schwach wirksames Mittel, aber da gar nichts vorhanden ist, zieht das Argument 'besser als gar nichts'."

Tamiflu für fast 200 Millionen Euro gebunkert

Trotz aller Kritik haben die Bundesländer Tamiflu für fast 200 Millionen Euro gebunkert. Die Hoffnung: Damit könne die Ausbreitung der Viren so lange verzögert werden, bis ein Impfstoff hergestellt ist.

Spitzenreiter Nordrhein-Westfalen hat für 30 Prozent seiner Bevölkerung eingelagert. "Es ist das beste im Moment Verfügbare, was wir haben," erklärt der Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium, Stefan Winter. "In der Medizin können Sie nie mit einer Hundertprozentwahrscheinlichkeit sicher sein, aber Sie haben auch einen Airbag im Auto, um einen schweren Unfall zu vermeiden und wissen auch nicht, ob da nicht doch etwas Schlimmeres passiert, als Sie wollen."

Einige Bundesländer zurückhaltender

Andere Bundesländer sind da viel kritischer. Das Land Bremen und weitere nördliche Bundesländer haben viel weniger eingelagert, für nur 11 Prozent der Bevölkerung - wegen der Zweifel an der Wirksamkeit.

Matthias Gruhl, Abteilungsleiter im Gesundheitsressort des Landes Bremen glaubt: "Wir sollten uns auf das beschränken, was zwingend notwendig ist und alles andere nicht für zweifelhafte Therapien einlagern." Die Tamiflu-Einlagerungen in NRW hält er für "sehr üppig".

Für eine zweifelhafte Sicherheit wird viel Steuergeld ausgegeben. Zudem ist Tamiflu nur begrenzt haltbar, und schon bald müssen die Länder Altbestände ersetzen. NRW will dann weitere Millionen ausgeben. Bremen müsste laut Matthias Gruhl in zwei bis drei Jahren beginnen, das Medikament zu ersetzen, aber: "Ich würde das sehr gerne in zwei Jahren diskutieren, wenn wir wissen, ob sich die Expertenmeinungen zur Vogelgrippe nicht inzwischen etwas verändert haben."

Auf Anfrage gibt selbst die Firma Roche zu: "Die verfügbaren Hinweise über die klinische Wirksamkeit von Oseltamivir (Tamiflu) gegen Vogelgrippe bestehen (...) aus Fallberichten, die sich auf kleine Patientengruppen beziehen. Bis dato konnte die Wirkung (...) nur in eingeschränktem Umfang untersucht werden."

Kein Wundermittel

Peter Schönhöfer vom "arznei-telegramm" befindet: "Bei dem geringen Ausmaß der Wirksamkeit wird durch die Einlagerung eine Sicherheit vorgespiegelt, die faktisch nicht da ist, denn es wird ja nur eine geringe Zahl an Infektionen tatsächlich verhindert."

Tamiflu ist kein Wundermittel. Weder gegen Grippe noch gegen Vogelgrippe. Es kann höchstens einige wenige Menschen vor Infektion bewahren. Mehr nicht.

Autor: Herbert Stelz

Dieser Text gibt den Fernsehbeitrag vom 15.01.2008 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

[www.daserste.de]
Betreff Autor Angeklickt Datum/Zeit

Volksverdummung auf hohem Niveau - Schweinegrippe

Marika 1432 30.04.2009 17:59:01

Re: Prophezeihung von Krafeld komplett eingetreten!!!!!

Marika 1020 01.05.2009 08:26:57

literatur

elle 837 12.05.2009 14:16:17

Re: literatur

Sabrina 844 13.05.2009 15:23:16

Re: literatur - petek-dimmer: Rund ums Impfen

Marika 1249 13.05.2009 07:29:58

hallo

elle 857 24.05.2009 22:33:10

hallo

elle 819 25.05.2009 12:45:38

Re: hallo

Karl Woe 1168 25.05.2009 14:04:55

Re: Hier ein Beitrag zu Tamiflu vom 15.01.2008 in Plusminus

Karl Woe 898 30.04.2009 18:53:12

Re: Tamiflu scherzhaft Rummyflu (nach Rumsfeld)

Marika 1465 30.04.2009 22:52:45

allgemein

elle 870 05.05.2009 20:20:19



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